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Bei Bratwurst und Sushi

Mitsuho Watanabe – ein Kampfsportler aus Japan erkundet Thüringen mit den Wasserfreunden.

Von Rüdiger Paura / FW MeiningerTageblatt

Meiningen – Es ist seit vielen Jahren guter Brauch, dass die Deutsche Sportjugend (DSJ) gemeinsam mit ihren Freunden und Partnern aus Fernost im zweijährigen Turnus einen deutsch-japanischen Jugendaustausch organisiert. Jeweils einhundert junge Menschen reisen dabei in das andere, unbekannte Land und werden von zahlreichen Vereinen vor Ort in Gastfamilien umfassend betreut. Neben sportlichen und touristischen Aktivitäten steht dabei das Kennenlernen des anderen und seiner Kultur im Vordergrund.
Mitsuho Watanabe gehörte im Jahre 2010 zur Delegation aus dem Land der aufgehenden Sonne. Er und seine Kameraden wurde in Meiningen vom SV Wasserfreunde und in Weißwasser vom Tauchsport-Club Aqua-Team betreut. Sein Bett und die familiäre Einbindung fand er damals in Südthüringen bei den Diekmanns. Es hat dem jungen Mann aus Hiroshima hier so gut gefallen, dass er den Entschluss fasste, in den Thüringer Wald zurück zu kommen. Der 21-Jährige studiert heute in seiner Heimatstadt Architektur. Gegenwärtig hatte er eine Deutschkurs am Goethe-Institut in Göttingen belegt, weil er seine Ausbildung für mindestens zwei Jahre unbedingt an der Bauhaus-Uni Weimar fortsetzen möchte. Was lag da näher, als sich mit seinen ehemaligen Gasteltern in Meiningen zu verabreden, um den Freistaat näher zu erkunden. Vor allem die Landschaft und natürlich die Fachwerkbauten haben es ihm hier angetan, denn er interessiert sich neben dem Schwimmen nicht nur für Karate und Snowboarding.

Der Gymnasiast Paul Diekmann, seine Schwester Hanna und deren Eltern hatten für ihren Gast aus Asien daher in abwechslungsreiches Programm zusammen gestellt. Es ging unter anderem nach Eisenach zum Sommergewinn und auf die Wartburg. Den Sinn von „Gut Ei und Kikeriki!“ hatte Mitsuho im bunten Trubel der Wartburgstadt schnell begriffen und fehlerfrei aussprechen gelernt. Weitere Reiseziele waren die Klassikerstadt Weimar, sein bevorzugter Studienort, die Fachhochschule in Schmalkalden, an der Pauls Vater arbeitet und Würzburg. Zudem durfte Mitsuho zwei Tage lang bei Unterrichtsstunden am Henfling-Gymnasium hospitieren und seinem Freund Paul dabei quasi über die Schultern schauen. Der Gast aus Japan seinerseits bedankte sich dafür mit selbst zubereiteten kulinarischen Köstlichkeiten aus seiner Heimat. Entspannt und um viele Eindrücke reicher bestieg Mitsuho dann am Donnerstag in Frankfurt wieder den Flieger in Richtung Heimat. „Danke für alles! Ich werde sehr gerne wieder kommen“, lautete sein Abschiedsgruß.